Pulitzerpreisträgerin Anja Niedringhaus

Es sind Bilder jenseits von spektakulären Situationen, die Geschichten von Menschen im Krieg erzählen. Sie spiegeln Gefühle wie Trauer, Angst, Enttäuschung, Zuneigung und Begeisterung, daneben Leid, Gewalt, Zerstörung und Tod, denen die Betroffenen permanent ausgeliefert sind. Die eigentlichen Dramen der brutalen Zerstörung bleiben dabei im Hintergrund – so das Foto eines italienischen Soldaten, der 2003 im Irak einsam und erschüttert auf dem Gelände einer Kaserne steht, auf dem sechzehn seiner Kameraden und acht irakische Zivilisten durch ein Selbstmordattentat ums Leben kamen. Unsicher und sorgenvoll sind die Gesichter der Soldaten, die sich in Falludscha vor einer Schlacht zum Gebet versammelt haben. Die Aufnahme verdeutlicht, dass jeder von ihnen schon in diesem Augenblick die existenzielle Einsamkeit spürt, der er im Gefecht ausgeliefert sein wird. Bis heute halten die Bilder der Kriegsfotografin Anja Niedringhaus, die 2014 in Afghanistan erschossen wurde, die weitreichenden Auswirkungen der Kriegs- und Krisenregionen unserer Welt wach….

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