Kitsch oder Kult?

Am US-Künstler Jeff Koons scheiden sich immer noch die Geister. Seit 35 Jahren lotet der poppigste Künstler der Gegenwart die Grenzen zwischen Elite- und Massenkultur spielerisch aus, verwandelt banale Alltagsgegenstände wie Aufblastiere oder Staubsauger in Kunstgegenstände. In den 1980er Jahren kreiert er die realen Dinge noch wie Readymakes à la Marcel Duchamp, später lässt er Skulpturen nach der Vorlage von Nippesfiguren und Kinderspielzeug aus Holz, Porzellan oder verchromtem Stahl aufwendig und in vergrößertem Maßstab anfertigen…  Ein überlebensgroßes Denkmal aus vergoldetem Porzellan hat Koons dem Superstar Michael  Jackson und seinem Haus-Schimpansen Bubbles gewidmet. Der Künstler bewunderte den Sänger, der „absolut alles unternahm, um sein Publikum zu erreichen“. Da dieser die weiße Mittelklasseschicht erobern wollte, hält Koons auch dessen plastische Gesichtsoperation und Maßnahmen der Hautaufhellung für legitim: „Diese Radikalität, diese Abstraktion!“…

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