Parodie poetischer Maschinen

„Die Absurdität, die verrückte selbstzerstörerische, repetitive, spielerische, sisiphusartige Seite der Maschinen, die eingesperrt sind in ihr Hin und Her: Ich denke, dass ich ziemlich gültig an dieser Gesellschaft teilnehme. Sagen wir: Meine Arbeit gibt dazu einen gepfefferten und satirischen Kommentar ab, in den viel Doppelsinniges, Zweideutiges und Hintergründiges eingeht“ – so interpretierte der Erfinder der kinetischen Kunst, Jean Tinguely (1925-1991), sein Werk einmal selbst. Sein Schaffen ist von zahlreichen einschneidenden Entwicklungen geprägt. Sie zeigen eine Offenheit, mit der er seine Kreativität am Kunstgeschehen auslebte und eigenwillig mitgestaltete. 1960 begann er, Aktionen und Happenings mit einer durch Objets trouvés zu verbinden, um die toten Abfallprodukte der Konsumgesellschaft zu neuem, eigensinnig-absurden , oft nur kurzem Leben zu erwecken.  Das erste sich selbst vernichtende Kunstwerk überhaupt, „Homage to New York“, weist dramatisch und spektakulär auf das Potential der Zerstörung der Welt, die politisch und gesellschaftlich mit dem Kalten Krieg drohte. In einer großen Retrospektive im Museum Tinguely in Basel wird das Œuvre Tinguelys auf einer Fläche von über 3000 Quadratmetern präsentiert.

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